Hintergrundinformationen

Für die Marktpartner im Erdgasgeschäft existiert eine Fülle an Verordnungen, Regelwerken, Vorschriften und Gesetzen, die mittelbar oder unmittelbar Einfluss nehmen z.B. auf die Ausführung von Instandhaltungsmaßnahmen.
Zu diesen Marktpartnern gehören Gasversorgungsunternehmen (GVU), Netzbetreibern (NB), Messstellenbetreibern (MSB) sowie SHK-Fachhandwerker als Vertragsinstallationsunternehmen (VIU), Bezirksschornsteinfegermeister (BSM) und sonstige Dienstleister.
Aber auch für Endverbraucher gibt es eine Reihe solcher Vorgaben die es zu beachten gilt, um der Verantwortung für eine sichere Gasverwendung Sorge zu tragen. Als Übersicht sind nachfolgend die wesentlichsten Vorgaben aufgeführt:

1. Das deutsche Energiewirtschaftsgesetz EnWG (letzte Neufassung vom 07. Juli 2005) enthält grundlegende Regelungen zum Recht der leitungsgebundenen Energie in Deutschland.

Zur Konkretisierung der Inhalte des EnWG gibt es neben dem Gesetz zahlreiche Verordnungen, unter anderem:

2. Die Verordnung über Allgemeine Bedingungen für den Netzanschluss und dessen Nutzung für die Gasversorgung in Niederdruckgasanlagen (Niederdruckanschlussverordnung NDAV) in der letzten Fassung vom 01. November 2006.

Die NDAV ist als Nachfolgewerk der bisherigen AVBGasV, bindend für alle Anschlussnehmer von leitungsgebundenem Erdgas, also alle privaten oder gewerblichen Immobilienbesitzer, sowie ggfs. auch daneben die Nutzer von Gasinstallationen mit eigenem Versorgungsvertrag.

In der NDAV sind u.a. alle sicherheitsrelevanten Maßnahmen und Verpflichtungen grundlegend geregelt. Zur Konkretisierung und praktischen Umsetzung der Inhalte wird auf das gültige Technische Regelwerk des DVGW (Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfachs e.V.), als technisch-wissenschaftlicher Verein, verwiesen.

3. Das DVGW-Arbeitsblatt G 1020 ergänzt das DVGW-Regelwerk G 600 im Bereich der Qualitätssicherung für die Planung, Ausführung und den Betrieb von Gasinstallationen. Damit werden die Vorgaben der Aufsichtsbehörden (Energieaufsicht und Bauaufsicht) hinsichtlich der Sicherheit in Gasinstallationen erfüllt. Dieses Arbeitsblatt reiht sich somit folgerichtig in die Sequenz der bereits existierenden Arbeitsblätter G 1000 "Anforderungen an die Qualifikation und die Organisation von Unternehmen für den Betrieb von Anlagen zur leitungsgebundenen Versorgung der Allgemeinheit mit Gas (Gasversorgungsanlagen)" und G 1010 "Anforderungen an die Qualifikation und die Organisation von Betreibern von Erdgasanlagen auf Werksgelände" ein.

Das Arbeitsblatt dient zur Darstellung der auch im liberalisierten Markt (erfolgtes Unbundling) weiterhin notwendigen Aufgaben von Netzbetreibern (NB) und ggf. Messstellenbetreibern (MSB) in der Kundenanlage.

Für den sicheren Betrieb der gesamten Gasinstallation bis zur Abgasausmündung mit Ausnahme der Hauptabsperreinrichtung, der Messeinrichtung und des Gas-Druckregelgerätes ist der Betreiber (Gaskunde) verantwortlich. Bei der Wahrnehmung seiner Verkehrssicherungspflicht bedarf der Betreiber jedoch der Unterstützung durch NB, ggf. MSB, Vertragsinstallationsunternehmen (VIU) und Bezirksschornsteinfegermeister (BSM). Dieses Zusammenwirken ist Bestandteil der Eigenverantwortlichkeit des Gasfaches für eine sichere Gasversorgung.

Dieses Arbeitsblatt beschreibt somit die Zusammenarbeit und die Schnittstellen (Anforderungen und Aufgaben) sowie die Verantwortlichkeiten im Bereich der Kundenanlage zwischen Betreiber (Gaskunde), NB, MSB, VIU und BSM.

Im aktuellen DVGW Arbeitsblatt G 600 (TRGI Technische Regel Gasinstallation, April 2008) sind konkrete Anforderungen und Hinweise verfasst, welche zur Planung, zur Ausführung, zum Betrieb und zur Instandhaltung von Gasinstallationen anzuwenden sind.
Diese Vorgaben betreffen alle Beteiligten, sowohl die Netzbetreiber NB, die Messstellenbetreiber MSB, die Bezirksschornsteinfegermeister BSM, die Vertragsinstallationsunternehmen VIU und auch die Betreiber (Gaskunde) selbst.

Im DVGW Arbeitsblatt G 624 sind die technischen Vorgaben zur „Nachträglichen Innenabdichtung von Gasleitungen“ (Sanierungsverfahren) beschrieben.